GT World Challenge Europe: Starke Leistung von Carrie Schreiner

Auf dem legendären Formel-1-Kurs von Monza fand der zweite Endurance-Lauf der GT World Challenge Europe (29.-31.05-26) statt – der stärksten GT-Serie der Welt.

Nach dem mäßigen Auftakt beim Saisonstart im südfranzösischen Paul Ricard wollte die 27-jährige Saarländerin diesmal auf der italienischen Hochgeschwindigkeitsstrecke ihr wahres Potenzial zeigen.

Das gelang ihr bereits im ersten Test mit Platz vier in ihrer Klasse. Im Freien Training belegte sie gemeinsam mit ihren Teamkollegen Gerhard Tweraser aus Österreich und Daniele Di Amato aus Italien Rang fünf. Im Qualifying stand ebenfalls Klassenplatz fünf zu Buche, womit Carrie jedoch nicht ganz zufrieden war.

„Wir hatten nur zehn Minuten Zeit, um unsere Runde zu setzen, was bei fast 60 Autos auf der Strecke nicht einfach ist. In unserer fünften und letzten Runde lag ich vor der letzten Kurve vier Zehntelsekunden unter meiner bisherigen Zeit und bin dann leider noch auf einen Konkurrenten aufgelaufen. Platz drei wäre möglich gewesen!“

Im dreistündigen Rennen übernahm der erfahrene Gerhard Tweraser den Start. Wie so oft in Monza kam es bei einem derart großen Feld bereits vor der ersten engen Schikane zu einer Massenkarambolage, in die rund zehn Fahrzeuge verwickelt waren. Nur einige davon konnten das Rennen fortsetzen. Nach einer langen Safety-Car-Phase zur Bergung der Fahrzeuge und Beseitigung der Trümmer ging es schließlich weiter.

Tweraser machte einen guten Job und gewann einige Positionen. Während einer Full-Course-Yellow-Phase nach etwa einer Stunde übernahm Carrie das Steuer des Audi R8 LMS GT3 Evo 2 von Tresor Attempto Racing. In dem turbulenten Rennen zeigte sie von Beginn an, dass sie in der GT World Challenge angekommen ist und auf diesem Niveau mehr als konkurrenzfähig sein kann.

Sie fand sich in einer klassenübergreifenden Kampfgruppe von mehr als 15 Fahrzeugen wieder, in der die Positionen ständig wechselten. Vor dem letzten Fahrerwechsel auf Daniele Di Amato lag das Fahrzeug nur noch zwei Positionen hinter dem späteren Klassensieger. Leider lief in der Schlussphase nicht mehr alles nach Plan. Zudem erhielt das Team eine Zeitstrafe. Am Ende belegte das Trio Platz acht in der Klasse.

Nach dem hochspannenden Rennen hatte Carrie Schreiner gemischte Gefühle: „Ich verstehe bis jetzt noch nicht, warum wir so weit zurückgefallen sind. Nach meinem Stint schien ein Klassenpodium absolut realistisch. Vielleicht war auch unsere Strategie nicht optimal. Aber ich nehme das Positive mit. Unser Auto war schnell und ich konnte mit den Topfahrern im Rennen mithalten. Das war in Paul Ricard noch ganz anders. Danke an Attempto Racing und Teamchef Arkin Aka für das hervorragend vorbereitete Auto.“

Bereits in gut drei Wochen wartet mit den 24 Stunden von Spa das absolute Saisonhighlight. „Dort werden rund 70 GT3-Fahrzeuge mit den besten Fahrern der Welt antreten. Das gibt es sonst nirgendwo. Ich gehe mit großem Respekt an diese Aufgabe heran. Unser erstes Ziel ist es, ins Ziel zu kommen. Wie weit es danach nach vorne geht, wird sich zeigen.“


GT World Challenge Europe Endurance Cup
Monza 2026 – Bronze Cup

1. Blattner / Patrese / Marschall (Ferrari 296 GT3 EVO) Kessel Racing
2. Petrobelli / Hanafin / Adam (Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO) Ecurie Ecosse Blackthorn
3. Al Harthy / Sagrera / Williams (BMW M4 GT3 EVO) Oman Racing by Century Motorsport
4. Hui / Froggatt / Cheever (Porsche 911 GT3 R EVO) Ziggo Sport Tempesta Racing
5. De Haan / Leung / Kellett (BMW M4 GT3 EVO) Paradine Competition
6. Kolb / Mardini / Fontana (Porsche 911 GT3 R EVO) Lionspeed GP
7. Kiefer / Ineichen / Heinemann (Ferrari 296 GT3 EVO) JMW Motorsport
8. Carrie Schreiner / Daniele Di Amato / Gerhard Tweraser (Audi R8 LMS GT3 EVO II) Tresor Attempto Racing
9. Rindone / Kalender / Grenier (Mercedes-AMG GT3 EVO) GetSpeed Team Dubai
10. Hernandez Ortega / Tribaudini / Caresani (Mercedes-AMG GT3 EVO) Grupo Prom Racing Team
11. Dienst / Piana / Salikhov (Mercedes-AMG GT3 EVO) Winward Racing
12. Pera / Au / Müller (Porsche 911 GT3 R EVO) Rutronik Racing
13. Muss / Tomasoni / Marcelli (Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO) Comtoyou Racing
14. Kolovos / Ried / Kolovos (Porsche 911 GT3 R EVO) Razoon – more than racing