Mehrere Zeitstrafen verhindern gutes Ergebnis für Carrie Schreiner

Carrie Schreiner erlebte das erwartet schwierige Auftaktwochenende in der stärksten GT-Serie der Welt. Im 6h Endurance Rennen auf dem südfranzösischen Formel 1-Kurs von Paul Ricard, nahe Marseille, starteten 59 GT3 Fahrzeuge zum Saisonauftakt bei permanent sonnigem Wetter und ca. 40.000 Zuschauern vor Ort.

175 Männer, zweiFrauen, das „who is who“ des weltweiten GT-Sports, sowie einige Top Formel Piloten, wie der aktuelle Aston Martin Formel-1 Fahrer Lance Stroll, stellten sich der Herausforderung.

Leider fing sich die 27-jährige Saarländerin eine Virus-Infektion ein und konnte beim ersten Testtag am Mittwoch deshalb auf der für sie ungewohnten Strecke nur wenige Runden drehen. Zudem stellte man an ihrem Audi R8 LMS GT3 evo 2 von Attempto Racing ein defektes Differential fest, das aber rechtzeitig zum Qualifying ausgetauscht werden konnte. Mit ihren beiden Teamkollegen Daniele di Armato und Alberto di Folco startete man im teilnehmerstärksten Bronze Cup.

Wieder gesund schaffte Carrie in ihrer Qualifying-Gruppe eine deutliche Leistungssteigerung und platzierte sich im Mittelfeld ihrer Klasse. Auch ihre beiden Teamkollegen machten in ihrem Qualifying einen guten Job und man startete aus dem Mittelfeld in das sechsstündige Rennen.

Carrie fuhr den Start und gleich einen Doppelstint über insgesamt rund zwei Stunden! Wie bei diesem großen Feld zu befürchten war, gab es sofort einen hefigen Startunfall mit mehreren Fahrzeugen. Die junge Deutsche konnte unbeschadet ausweichen, verlor dadurch aber einige Plätze. Danach hatte sie direkt eine gute Pace, tat sich aber sehr schwer den dichten Verkehr um sie herum mit nahezu gleichstarken Autos zu managen. Anschließend bekam ihr Team mehrere Zeitstrafen wegen „Tracklimits“ und einmal „Pitlane Speeding“. Insgesamt verlor man dadurch über drei Minuten und kam nur auf P11 in der Klasse ins Ziel.

So war Carrie nach der Zieldurchfahrt gegen Mitternacht weder zufrieden noch unzufrieden. „Positiv ist, dass ich trotz einiger Widrigkeiten in der GTWC angekommen bin und teilweise in dieser Hammerserie gut mithalten konnte.“

Und sie ergänzte: „ Negativ überrascht bin ich, dass ich mich im dichten Verkehr so schwergetan habe. Ich kenne das ja von der NLS auf der Nordschleife, da sind aber große Geschwindigkeitsunterschiede bei Autos und Fahrern. Bei der GTWC bewegt sich fast das ganze Feld nur innerhalb von ca. zwei Sekunden pro Runde! Da muss ich an mir arbeiten, um das beim nächsten Rennen deutlich besser zu machen. Die meisten fahren hier schon seit vielen Jahren und haben einen großen Erfahrungsvorsprung. Schade, dass wir uns die Zeitstrafen eingefangen haben, sonst wären wir viele Positionen weiter vorne gelandet. Das nächste Endurance Rennen ist Ende Mai in Monza. Da war ich immer gut und für meine beiden italienischen Teamkollegen ist das die Hausstrecke. Dort ist unser Ziel mindestens unter die Top 5 der Bronze-Klasse zu fahren! Vielen Dank an Arkin Aka und sein Team, die wieder einen guten Job gemacht haben“, so der positive Ausblick von Carrie Schreiner.

Eine fast zweistündige Zusammenfassung des Rennens gibt es ab kommenden Dienstag um 20.00 Uhr bei Sky Sport.